Auge in Auge mit dem Grizzly

Gestern sprach ich noch mit der Rangerin am Campground über Bären. Sie sagte „be aware, they are everywhere around you. But you will not see them“. Heute sind wir schon um fünf Uhr morgens zum Lake Morraine gestartet, da es dort nur wenige Parkplätze für Camper gibt. Nach einem Nickerchen auf dem Parkplatz ging es auf den Trail zum Eiffel Lake. Am Startpunkt des Trails müssen sich zum Schutz vor Bären immer mindestens vier Personen zusammenfinden, sonst kostet es 5.000  Dollar Strafe oder gar das Leben durch einen Bären.

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Es waren nur wenige Hiker am Start und unsere Gruppe war sehr langsam, so dass wir bald alleine zu zweit unterwegs waren. Manu meinte zweimal einen Bären gehört zu haben. Aber ich habe beruhigend abgewunken. Am Eiffel Lake war nur ein Pärchen, ansonsten war noch niemand in diesem Wegabschnitt. Auf dem Rückweg vom See lief ich voran. Als wir um eine Ecke bogen, traute ich meinen Augen nicht. Ein ausgewachsener Grizzly zehn Meter vor uns mitten auf dem Trail. Ich habe ihn erschrocken angeschaut, er neugierig zurück. Instinktiv habe ich die Kamera hochgerissen und ein Bild gemacht. Der Autofokus war auch etwas unvorbereitet, daher wurde das erste Bild unscharf.

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Jetzt hieß es cool bleiben. Die Lage war tatsächlich lebensgefährlich. Wir gingen ganz langsam den Trail zurück, den Bär immer im Blick. Was würde er tun? Er folgte uns über rund 200 Meter auf dem Trail. Langsam aber zielstrebig immer hinter uns her.

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Dann traf Gott sei Dank das amerikanische Pärchen auf uns. Wir waren jetzt zu viert und safe  Vier Personen würde der Grizzly nicht angreifen. Außerdem hatten wir jetzt den Bearspray der Amerikaner zur Abwehr. Meiner lag im Camper!

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Zu viert ging es wieder auf dem Trail Richtung Grizzly. Dieser hatte sich neben dem Trail auf Nahrungssuche begeben.

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Währenddessen kam eine größere Gruppe von der anderen Seite des Trails. Ausgerüstet mit allem was Bären verjagen soll. Sogar eine Pressluftfanfare. Doch der Grizzly ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Erst als die Gegend nach Essbarem abgesucht war, trottete er von dannen.
Der Trail war wieder frei und wir mussten erst einmal von unserer Nah-Begegnung berichten und die Bilder in der Kamera zeigen. Wir haben jetzt jedenfalls größten Respekt und der Bearspray ist immer dabei. Das hat uns heute auch zu einer sehr netten Hikegemeinschaft auf der Nachmittagstour verholfen. Diesmal ohne Bär. Es darf auch mal ganz unspektakulär und nicht lebensgefährlich sein.

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