23.12.2010 Durban

Das Strandleben in Durban ist das perfekte Kontrastprogramm zu unserer bisherigen Afrika-Reise und bildet damit auch den Übergang der Reise zum europäischen Teil Südafrikas. Wir genossen die Sonne am Beach und hörten den Bands zu, die hier zahlreich auftreten und versuchen ihre CDs an den Mann und die Frau zu bringen. Mit einer Tour im „People Mover“, einem Hop on Hop off Busverkehr versuchten wir die Stadt etwas zu erkunden. Doch die Ergebnisse waren eher ernüchternd. Im Bus herrschten Gefirerschrank-Temperaturen und was wir von Durban zu Gesicht bekamen machte nicht gerade Lust auf Mehr. Mit Sicherheit gibt es hier mehr zu sehen und zu erleben. Doch dafür benötigt es mehr Zeit und etwas fachkundigen Rat. Abends ging es dann in ein indisches Restaurant mit sehr leckerem und scharfen Essen. Zurück im B&B trafen wir noch den Manager und hatten eine längere und sehr interessante Unterhaltung über Südafrika. Viel ist hier im Umbruch. Manches wird besser, insbesondere nach dem Worldcup. Andere Dinge benötigen noch Generationen. Trend in Südafrika ist im Moment die Umbenennung von Städten und Strassen im grossen Stil. Die alten englischen Strassenbezeichnungen werden durch für uns unaussprechliche afrikanische Namen ersetzt oder gerne auch durch Namen berühmter Persönlichkeiten und manchmal auch von Attentätern. Dies führt dazu, dass wir zum Stadtplan eine Legende der alten und neuen Strassennamen erhalten. Das tomtom kollabiert natürlich bei diesem Änderungswahnsinn. Zudem ist es kaum möglich, die neuen Namen fehlerfrei einzugeben, geschweige auszusprechen. Einige Anekdoten zur herrschenden Korruption erheitern zunächst, doch zeigen sie auch auf, auf welch langem Weg Südafrika noch ist. Polizisten machen sich mit Radargeräten „selbständig“ und verdienen ein Vermögen dabei, Touristen „Rabatt ohne Beleg“ für angebliche Geschwindigkeitsüberschreitungen einzuräumen. Prächtige Häuschen neben armseligen Hütten lassen dann auf den „Job“ des Inhabers schliessen.

Mit einer ausführlichen Wegbeschreibung zum neuen Flughafen Durbans geht es dann schon wieder zum Packen der Rucksäcke, denn am 24. Geht es mit dem Flieger nach PE (Port Elizabeth) und vorn dort aus weiter mit unserem zweiten Mietwagen ins Straussennest, in dessen Nähe auch unsere Patenkinder leben. Der neue Flughafen wurde auf Wunsch der Fifa für den Worldcup gebaut und löste den alten International Airport ab. Geplant war, dass ein Teil der Flüge nach SA in Durban ankommen sollte. Tatsächlich kamen jedoch die überwiegende Zahl der Flüge in Johannesburg und Kapstadt an. Ein moderner kleiner Flughafen, aber wohl eine Investitionsruine. Genau wie das Stadion, das in Durban für den Worldcup gebaut wurde. In Südafrika ist Fußball eigentlich nicht eine der wichtigen Sportarten. Für Cricket hat das neue Stadion aber leider nicht die richtigen Maße, so dass es für diese Sportarten jetzt nicht genutzt werden kann. Ein bisschen Kommunikation bei der Planung hätte diese Optionen eröffnen können. Doch genau dieses Miteinander steht noch auf der südafrikanischen Agenda.

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