18.12.2010 Swasiland-Einblicke in eine uns fremde Kultur

In Swasiland, dem selbständigen Königreich in Südafrika haben wir ein Cultural Village besucht. Ein Swasi hat uns durch das Dorf mit den Rundhütten geführt und in die Riten und Traditionen der Swasi eingeweiht. Das Besondere: das Dorf ist tatsächlich von Swasi bewohnt, so dass wir beim Betreten der Rundhütten zunächt auf Swasi gegrüßt haben. Die Swasi dürfen mehrere Frauen heiraten. Der Brautpreis beträgt 17 Kühe für eine jungfräuliche Braut. Für nicht-jungfräuliche Bräute wird ein niedrigerer Preis ausgehandelt. Tatsächlich sieht man in Südafrika und Swasiland viele Kühe auf kleinen Weiden herumstehen. Diese Kühe stellen Statussymbole und Währung dar. Leider befinden sie sich oft in erbärmlichen Zustand, da die Weideflächen zu klein sind bzw. das Weidland nicht fruchtbar genug. Der älteste und der jüngste Sohn leiben im Dorf. Die mittleren Söhne verlassen das Dorf. Unser Führer war einer der mittleren Söhne und durfte daher im Dorf kommen und gehen. Bei den Rundhütten gibt es eine strenge Einteilung, wer wo mit wem und bis wann wohnen darf. Mädchen ab sechs Jahren wohnen zusammen in einer Hütte, jeder der beiden Söhne bewohnt eine Hütte. Deren Frauen wohen wiederum in eigenen Rundhütten. Es herrscht eine strenge Hierarchie. Die Dorfälteste ist zugleich Richterin und Ratgeberin. Es gibt einen Medizinmann, der auch heute noch eine tragende Rolle spielt. Die Frauen bringen den Männern das Essen in gebückter Haltung an das Männer-Haus, zu dem sie keinen Zutritt haben. Frauen dürfen von den Rindern weder Kopf noch Füße essen. Essen Frauen vom Kopf, erhalten sie soviel Hirn wie Männer. Essen sie Zunge, reden sie zuviel und beimVerspeisen von Füßenbesteht die Gefahr, dass sie davonlaufen. Scheidung gibt es bei den Swasi in dieser Form nicht. Man lässt die Frau zu den Eltern zurückbringen und die Kühe des Brautpreises wieder abholen. Sie dienen der Versorgung der Kinder, die beim Vater bleiben. Der König von Swasiland darf sich jedes Jahr bei einem großen Fest eine neue Frau aussuchen. Natürlich muß er dafür auch für alle seine Frauen sorgen. Leider fördert das promiskuitive Verhalten auch die Ausbreitung von Aids. Dies stellt in Südafrika wie auch in Swasiland eine der zentralen Herausforderungen für die weitere Entwicklung des Landes dar. Als Höhepunkt der Veranstaltung gab es einen traditionellen Tanz der Männer und Frauen, deren Begeisterung hierfür deutlich anzumerken war und das Publikum ermunterte an den fröhlichen Tänzen mitzumachen. Es war einen sehr interessanter kleiner Einblick in diese für uns fremde Kultur.

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