17.12.2010 Mietwagen und eine verrückte Fahrt nach Swasiland

Die Zeit im Krüger NP ist zu Ende. Mark brachte uns zum Krüger International Airport, wo wir unseren Mietwagen in Empfang nehmen konnten. Einen Nissan X-Trail 4×4. Wir sind jetzt also geländegängig, was sich kurze Zeit später bewähren sollte. Bei unserem Navi, das schon zwei Südafrika-Urlaube gute Dienste geleistet hatte ist leider der Stecker für den Zigarettenanzünder abgebrochen. Also war Fahren nach Karte und Wegschildern vom Flughafen nach Swasiland angesagt. Leider müssen wir uns auf der etwa 250 km langen Strecke irgendwo verfahren haben. Die geteerte Strasse wurde jedenfalls immer schlechter, die Schlaglöcher größer bis die Strasse in eine Piste überging. Die befragten Einheimischen beschieden uns, auf der Piste zu bleiben. Sie würde nach Swasiland führen. Also ignorierten wir Durchfahrtsverbotsschilder an Brückenbaustellen und wühlten und mit Gott sei Dank geländegängigen Fahrzeug einsam über einen Pass. Ja ja, das ist der Weg nach Swasi, so ein Junge, den wir am Strassenrand fanden und befragten. Die Grenze sei nicht mehr weit hinter den Bergen. Na Ja, da hilft nur Optimismus und ein waches Auge auf die tiefen Löcher in der Piste. Hinter den Bergen kam dann tatsächlich eine Strasse in Sicht. Gut geteert führte Sie auf die Grenzstation von Swasiland zu. Das wäre sie gewesen, die offizielle Strasse, die wir irgendwo verloren haben. An der Grenzstation dann die nächste Überraschung: ein ausgewachsener Stau. Parkplatzeinweiser versuchten den Neuankömmlingen freie Parkplätze zuzuweisen und die Einreiseformulare an den Mann / die Frau zu bringen. Beim Ausfüllen der Fragen lernten wir unseren Mietwagen besser kennen: Fahrzeugkennzeichen, Fahrgestellnummer, Anzahl der Reifen, Baujahr waren anzugeben. Daneben der Wiederbeschaffungswert und Seriennummern von Kameras und Ferngläsern. Was dieses kleine Köngreich mit dieser Datenflut im Sinn hat? Mir mag sich dies nicht erschließen. Aber ohne diese Prozedur keine Einreise. Doch dies sollte erste der Beginn einer ganzen Prozesskette sein. Mit dem ausgefüllten Zettel ging es zur nächsten langen Schlange vor dem Immigration Office. Der Beamte war sehr nett, sprach sogar etwas deutsch und drückte uns den Stempel in die Pässe und händigte uns einen kleinen gelben Zettel aus. Mit diesem Zettel ging es zur nächsten Station: der Maut-Station. Pauschal waren 50 Rand zu entrichten im Tausch des gelben Zettels gegen einen weissen Zettel. Mit den Papieren ging es zurück zum Parkplatz, wo inzwischen das Chaos völlig ausgebrochen war. Grenzpolizisten versuchten den vermeintlich Abgefertigten den Weg zu einer langen Autoschlange zu bahnen, an deren Ende es sich einzureihen galt. Schrittweise ging es voran. An einer Kontrollstation wurden intensiv Kofferräume und Gepäck kontrolliert. Als wir endlich an der Reihe waren, durften wir unseren eissen Zettel einer Lady im Sesselneben der Strasse in die Hand drücken. Die weitergehenden Kontrollen des Autos wurden uns erlassen. Nach einer Prozedur, die uns – Verzeihung – an die früheren Einreisen nach West-Berlin während der Trennung erinnerten, waren wir endlich in Swasiland. Die Grenzstationen sind übrigens nur bis 22:00 Uhr geöffnet. Wer später kommt bleibt draussen.

Von der Grenzstation waren es noch etwa 30 Kilometer zu unserer Unterkunft, einem beschaulich gelegenen Hotel im Wald, dem Forrester Arms Hotel. Swasiland erinnert im ersten Moment ein bisschen an die Schweiz: grüne Landschaften, Berge in Wolken und kleine Seen. Die Mühen haben sich gelohnt. Im Hotel gab es erst einmal ein super leckeres mehrgängiges Dinner für unsere ausgehungerten Mägen. Das komfortable Zimmer mit offenem Kamin war das Kontrastprogramm zu unserem Holzhäuschen in der Treehouse Lodge, das wir aber ebenfalls für seine urtümliche Art und die Lage mitten im Busch sehr mochten.

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