06.01.2010 Catwalk

Zu Hause bin ich in der Nachbarschaft dafür bekannt, dass ich mit unseren zwei Katzen (Crispy und Crunchy) spazieren gehe. Ganz ohne Leine, dafür gibt es natürlich auch kein Sitz oder Platz. Der Nebeneffekt ist, dass ich alle Hunde und deren Besitzer kenne, da wir die gleichen Runden drehen. Ich brauche für die gleiche Runde allerdings oftmals etwas länger als die werte Nachbarschaft, da unsere Fellnasen immer noch etwas in den Bäumen sitzen bleiben, bis Nachbars Hund ausser Sicht ist. Ich stehe dann halt etwas blöd um einen Baum herum, aber das passiert Hundebesitzern ja auch ab und an. Im Urlaub fehlen uns natürlich die Fellnasen und da in Südafrika das Land, die Portionen und bis auf unser Mietwägelchen eigentlich alles viel größer ist, muß hier natürlich auch eine XXL-Version des Catwalks her. Unser B&B Hosts haben uns auf eine Cheetah-Aufzucht-Station ganz in der Nähe aufmerksam gemacht. Dort werden die Geparden unter anderem für Parks nachgezüchtet. Auch verletzte Tiere wie ein Zebra finden dort eine Heimat. Am späten nachmittag gibt es die Möglichkeit mit zwei zahmen Cheetah spazieren zu gehen. Diese Gelegenheit konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Die Begegnung mit diesen Tieren war beeindruckend. Sie vermitteln eine unheimliche Elegenz und Kraft. In drei Sekunden auf 100 km/h ist schon eine sehr beachtliche Leistung, die einen Porsche glatt abblitzen lässt. Nach 200 Metern ist allerdings Schluss, dann ist die Power zu Ende. Im Gegensatz zu Hauskatzen können sie die Krallen nicht einziehen und auch nicht auf Bäume klettern. Dies erschwert ihnen das Jagen ungemein. Was sie aber können wie Hauskatzen ist Schnurren, wenn ihnen danach ist. Nur ein paar Dezibel lauter eben. Wie ein Diesel, meinte unser Guide, aber Leistung wie ein V12 – mindestens!
Wieder ein einprägsames und tolles Erlebnis hier in Südafrika. Dieser Tag hat die vollkommenen Gegensätze dieses Landes aufgezeigt. Township, Aids und Elend am morgen, eine faszinierende Tierwelt am nachmittag. Wir genießen die angenehme Seite, versuchen aber auch mitzuhelfen das Leid zu mindern. Ein afrikanisches Patenkind haben wir bereits seit vielen Jahren. Was wir hier gesehen haben motiviert jedoch, sich noch mehr zu engagieren für die Kinder dieses Landes die die Zukunft bedeuten.
Morgen haben wir das mit 400 km längste Teilstück bis nach Oudtshoorn, der Hochburg der Straussenzucht, vor uns. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit und gleichzeitig obere Leistungsgrenze unseres Wägelchen beträgt 100-120 km/h. Wir werden also vier bis fünf Stunden für die Strecke benötigen. Dort angekommen werden wir auf einer Straussenfarm übernachten und ich bin schon schwer gespannt auf die Frühstückseier, die uns dort serviert werden! Bei den Südafrikanern muß man bei den Portionen immer auf XXL+ gefasst sein. Aber wir werden auch von dort live berichten, wenn uns nach dem Frühstücksei nicht der Eiweißschock erwischt hat 😉

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