28.12.09 Hermanus

Heute früh haben wir unseren kleinen Toyota Mietwagen in der Cactusberry Lodge in Cape Town in Empfang genommen. Das Gepäck passte hinein und los gings – auf der für uns ungewohnten Strassenseite natürlich. Daran konnten wir uns auf der Beifahrerseite am Vortag ja schon etwas gewöhnen. Aber nicht nur die Strassenseite ist anders, gleichzeitig ist auch natürlich die Schaltung auf der „falschen“ Seite und der
Blinkerhebel ebenfalls. Dies führte in der Folge zu einem erhöhten Wischerblätterverschleiß während der Tour nach Hermanus, unserem Tagesziel. Das Linksfahren hat erstaunlich gut geklappt. Erleichert wird dies durch die im Vergleich zu Frankfurter Strassenverhältnissen völlig entspannten Fahrweise der Südafrikaner. Es wird zwar munter links und rechts überholt, wo gerade Platz ist, aber es wird auch nicht schnell gefahren und vor allem Rücksicht genommen. Für das Platzlassen zum Überholen wird mit einem kurzen Warnblinker „Danke“ gesagt. Unser Navi mit südafrikanischer Strassenkarte hat uns wertvolle Dienste geleistet. Man sollte es allerdings immer mit aus dem Auto nehmen, sonst ist es weg und die Scheibe demoliert, so der Rat der Einheimischen.
Zwischenstop haben wir bei Betty´s Bay gemacht. Dort gibt es bei Story Point eine ganze Kolonie seltener Brillenpinguine zu bestaunen. Wirklich putzig, wie sie alle dicht beieinander stehen und auf irgendetwas zu
warten scheinen. Auf was sie so genügsam warten, wird sich uns allerdings nie erschliessen. Viele der in der wärmenden Sonne stehenden „Frackträger“ sehen allerdings etwas gerupft aus. Offensichtlich legen sie gerade ihr warmes Winterfell ab. Von dort aus ging es weiter nach Hermanus, wo wir Dank der Hilfe von
Barbara von der Cactusberry Lodge eine Bleibe gefunden haben. Hermanus wird vom Reiseführer als die „Stadt der Wale“ bezeichnet. Von hier aus kann man in der Saison von der Küste aus die unterschiedlichen Walarten vorbeiziehen sehen – und auch hören. Leider geht die Saison von Juni bis Dezember, so dass unsere Blicke über das Wasser vergeblich blieben. Es ist auch ohne Walsichtung ein schönes Städtchen. Es gibt ein nettes Lokal in einer Felsengrotte direkt am Meer und eine kleine Mall. Wir haben uns ein leckeres Steak zum Abendessen gegönnt und dann einen kleinen Spaziergang zurück zu unserem B&B (Bed and Breakfast). Unser Gastgeber kommt aus Hamburg, auch leicht daran zu erkennen, dass die entsprechende Fahne vor dem Haus gehisst ist. Unsere Zimmernachbarn kommen aus Bremen. Wir haben also einen leicht nordischen Überhang heute, was sich unmittelbar in der Wahl der Getränke für den Absacker niederschlug. Unsere Nachbarn haben den gleichen Flieger wieder zurück nach Frankfurt gebucht. Wir werden uns bestimmt noch mehr als einmal davor begegnen, denn auf der Garden Route steuern alle Resienden im Tross die gleichen Hot Spots an früher oder später. Beim Austausch der ersten Erfahrungen im Garten sind dann die ersten Regentropfen gefallen und im Moment nieselt es etwas vor sich hin. Mal schauen wie sich das Wetter morgen zeigt. Wenn die Sonne scheint, dann aber heftig. Durch den Wind sind die Temperaturen sehr angenehm, ein sehr guter Sonnenschutz ist aber zwingend erforderlich. Insbesondere für uns Bleichgesichter aus dem winterlichen Norden. Jetzt könnte man noch gemütlich im Internet surfen und ein paar Bilder in den Blog einstellen. Doch leider haben wir hier kein Internet verfügbar. Internet gäbe es, „aber WiFi, oder wie das
heisst“ leider nicht. Ich darf mich aber morgen während des Frühstücks bei unserem Gastgeber ins Internet einstöpseln – wenn denn die Kabel passen. Dann wird auch hoffentlich dieser Beitrag per email online
gestellt werden. Aber ich wollte mich ja im Urlaub ohnehin auf das „real life“ und die wilden Tiere konzentrieren, da kommt dies nicht ungelegen. Ach ja, fast vergessen, die „Südafrika Prahler-Liste“. Heute
dazugekommen: Pinguine, ganz ganz viele. Auch nicht unter den Big Five? Macht nichts, trotzdem schön sie hier besucht zu haben. Morgen gehts zum südlichsten Punkt des Kontinents. Dieser liegt nicht am Kap der guten Hoffnung, sondern am Cape Agulhas. Swellendam, die drittälteste Stadt Südafrikas, ist das nächste Tagesziel. So, eine herrliche Nacht in Südafrika verbracht. Irgendwie schlafe ich auf der Südhalbkugel besser als auf der Nordhalbkugel. Ich würde mich auch gerne für Forschungsarbeiten zur Verfügung stellen und mal in Australien, Neuseeland, Südamerika und Südafrika für jeweils vierwöchige Schlafstudien zur Verfügung stellen. Ich habe sogar geträumt: von Technikertrupps, die nachts ausschwärmen und alle B&B mit WLAN-Technik versorgen. Ein schöner Traum. Ich habe mich heute früh gleich versucht einzuloggen – aber der Trupp muß hier vorbeigezogen sein während ich geschlafen habe.

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